Aufbau und Funktion der Herz-Lungen-Maschine



Abb. 42: Schema einer Herz-Lungen-Maschine (Roche Lexikon Medizin, 5. Auflage © Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag München)

Die Herz-Lungen-Maschine (HLM) unterstützt oder ersetzt die Herz- und Lungenfunktion während einer Operation am Herzen oder den herznahen Blutgefäßen.

Funktionsweise: Aus den beiden Hohlvenen fließt das sauerstoffarme Blut über eingelegte, Schläuche zur HLM zurück (venöse Ableitung; Abb. 42). Dort erfolgt im sogenannten Oxygenator die Aufsättigung des Blutes mit Sauerstoff. Anschließend wird das Blut mit einer Rollerpumpe über einen Wärmetauscher in die Körperschlagader des Patienten zurückgepumpt (arterielle Zufuhr). Mit den sogenannten Koronarsaugern (Abb. 42) wird Blut aus dem Operationsgebiet abgesaugt und der HLM zugeführt, um den Blutverlust des Patienten gering zu halten.

Man unterscheidet verschiedene Funktionszustände einer HLM:

  • Operation am schlagenden Herzen
    Die HLM dient zur Sauerstoffversorgung und Entlastung des Herzens.

  • Operation mit Herzstillstand
    Herz und Lunge sind komplett ausgeschaltet und das Herz selbst wird nicht durchblutet. Die HLM übernimmt die gesamten Funktionen von Herz und Lunge.

  • Operation mit Kreislaufstillstand während tiefer Unterkühlung
    Bei Operationen am Aortenbogen wird für ca. 1 Stunde auch die HLM angehalten, so dass kein Blut mehr fließt. Die Körpertemperatur des Patienten wird hierbei auf 18 °C heruntergekühlt. Um mögliche Beeinträchtigung der Hirnfunktion zu vermeiden, verwenden wir fast immer die sogennante selektive Hirnperfusion. Dabei wird nur das Gehirn über die HLM durchblutet.

  • Operation mit selektiver Hirnperfusion
    Wir verwenden dieses Verfahren gerne statt eines Kreislaufstillstandes. Dabei sorgt die HLM nur für die Durchblutung des Gehirns.

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