Ventrikelseptumdefekt



Abb. 6: Defekt in der Kammerscheidewand (Stern)

Bezeichnung: Kammerscheidewanddefekt (Kürzel: VSD)

Beschreibung: Es bestehen ein oder mehrere Verbindungen zwischen der linken und rechten Herzkammer (* in Abb. 6). Durch diese fließt Blut aus der linken in die rechte Herzkammer. Je nach Größe der Verbindung kann es zu einer Überlastung des linken Herzens und der Lunge kommen.

Krankheitszeichen: Herzgeräusch. Ab der 6. Lebenswoche evtl. beschleunigte Atmung, Trinkschwäche und Gedeihstörung, häufige Luftwegsinfekte.

 

 



Abb. 7: Nach Defektverschluss mittels Flicken

Therapie: Bei kleinen und mittelgroßen Defekten kann eine spontane Verkleinerung oder gar der selbständige Verschluss abgewartet werden. Wenn jedoch eine Überlastung von Herz oder Lunge vorliegt, ist zügig der Defektverschluss anzustreben. Gelegentlich erfolgt eine kurzzeitige medikamentöse Therapie als Überbrückung.

Bei kleinen und mittelgroßen Defekten kann eine spontane Verkleinerung oder gar der selbständige Verschluss abgewartet werden. Wenn jedoch eine Überlastung von Herz oder Lunge vorliegt, ist zügig der Defektverschluss anzustreben. Gelegentlich erfolgt eine kurzzeitige medikamentöse Therapie als Überbrückung.

Der Verschluss erfolgt in der Regel operativ unter Zuhilfenahme der Herz-Lungen-Maschine. Dabei wird der VSD mit einem Kunststoffflicken verschlossen (Abb. 7). Risiken der Operation sind das Auftreten von Herzrhythmusstörungen oder eines Rest-Defektes. In seltenen Fällen ist auch ein katheterinterventioneller Verschluss mit einem Schirmchen möglich.

Bei sehr ungünstig gelegenen VSD‘s, oder wenn mehrere gleichzeitig vorliegen, kann auch heute noch ein zweizeitiges Vorgehen gerechtfertigt sein: Zunächst wird durch eine künstliche Verengung der Lungenschlagader (= Bändelungsoperation) die Überlastung von Lunge und linkem Herzen beseitigt und dem Kind Zeit zum Wachsen gegeben. Die Korrektur-Operation erfolgt dann später, z.B. im 2. Lebensjahr.

Langzeitprognose: Sehr gut. Nach der Operation ist mit einer normalen körperlichen Belastbarkeit und unbeeinträchtigten Lebensführung zu rechnen. Im Langzeitverlauf können insbesondere nach einem operativen Verschluss Herzrhythmusstörungen auftreten.

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Abteilung für Kinderkardiologie, Universitätsklinikum Bonn
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